VERSTEHEN

    Wie das Gesicht altert.

    Der erste Teil erklärt, was bei der Alterung des Gesichts tatsächlich geschieht und was eine Straffung daran ändern kann. Der zweite beschreibt den Weg von der ersten Beratung bis ein Jahr nach dem Eingriff, Schritt für Schritt.

    Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

    WIE ALTERUNG WIRKT

    Nicht nur die Haut.Auch das Gerüst.

    Wer im Spiegel bemerkt, dass die Konturen weicher werden, denkt zuerst an die Haut. Tatsächlich verändern sich mehrere Ebenen — und die Haut ist nur die oberste davon.

    • Haut. Verliert Elastizität und Spannkraft und wird dünner.
    • Fett. Die Fettpolster des Gesichts schmelzen an einer Stelle ab und sammeln sich an anderer. Oben fehlt Volumen, unten entsteht Schwere.
    • Bindegewebe und Muskulatur. Die Schicht unter der Haut, das SMAS, sinkt als Ganzes ab.
    • Knochen. Augenhöhle, Ober- und Unterkiefer bauen sich zurück. Das Gerüst, auf dem alles liegt, wird kleiner.
    Deshalb löst Ziehen an der Haut das Problem nicht. Es korrigiert die oberste Ebene und lässt die drei darunter unberührt. Genau daher stammt der gespannte Ausdruck, den die meisten fürchten.

    STIRN, BRAUE, LID

    Der Blick altert zuerst.

    Bevor Wange oder Hals auffallen, verändert sich der Blick. Meist bemerken es andere früher als man selbst — sie sagen, man sehe müde oder schlecht gelaunt aus, obwohl man ausgeruht und guter Dinge ist.

    • Die Stirn wirkt länger, weil die Augenbraue absinkt — der Augenbrauentiefstand.
    • Die Braue verliert ihren Schwung: Sie sinkt innen und außen ab und verläuft in der Mitte waagerecht.
    • Am Oberlid entsteht Hautüberschuss. Oft ist das kein echtes Schlupflid, sondern ein Pseudoschlupflid: Die überschüssige Haut stammt aus der abgesunkenen Braue, nicht aus dem Lid.
    • Die innere Braue sinkt ein. Das ist der Punkt, der aus einem entspannten Gesicht einen ernsten macht.
    Das Ziel ist ein wacher Blick: ein Gesicht, dessen Ausdruck wieder zur Stimmung passt. Ob dafür die Braue angehoben oder das Lid gestrafft wird, entscheidet diese Unterscheidung.

    LIPPE UND MUNDPARTIE

    Der Mund verändert sich mit.

    Diese Veränderung wird selten benannt, obwohl sie stark auf das Alter wirkt.

    • Die Oberlippe wird über die Jahre länger. Die Strecke zwischen Nase und Lippenrot nimmt zu.
    • Gleichzeitig zeigt sich weniger Lippenrot. Die Lippe wirkt schmaler, ohne an Substanz verloren zu haben.
    • Die Mundwinkel sinken ab, von ihnen ziehen die Marionettenfalten nach unten.
    • Fehlende oder abgenutzte Zähne stützen die Lippe nicht mehr. Der Mund fällt nach innen, die ganze Partie wirkt eingesunken.
    • Das Fett des Mittelgesichts verlagert sich, die Nasolabialfalte vertieft sich.
    Ein Teil davon bessert sich mit der Straffung, weil die Mundpartie in derselben Ebene liegt. Die Länge der Oberlippe wird durch eine Oberlippenplastik verjüngt — sie zeigt wieder mehr Lippenrot und lässt die Lippe voller wirken.

    WANGE, KIEFERLINIE, HALS

    Was Sie im Spiegel sehen.

    Das ist der Bereich, den die meisten im Gespräch zuerst ansprechen.

    • Die Wange verliert Volumen und sinkt ab. Was oben fehlt, liegt unten zu viel — als Hängebäckchen entlang des Unterkiefers.
    • Die Kieferlinie — die Jawline — ist nicht mehr durchgehend sichtbar. Die klare Grenze zwischen Gesicht und Hals verschwindet.
    • Unter dem Kinn wird das Gewebe schlaffer. Ein Doppelkinn entsteht auch ohne Gewichtszunahme.
    • Am Hals treten senkrechte Stränge hervor — was viele Truthahnhals nennen.
    Diese vier Veränderungen hängen zusammen. Einzeln behandelt ergeben sie ein Flickwerk — deshalb werden sie in einer Bewegung korrigiert.

    BAUSTEINE

    Was dazugehören kann.

    Die Straffung stellt Positionen wieder her. Was verloren gegangen ist, ersetzt sie nicht. Was nötig ist, entscheidet der Befund — nicht diese Liste.

    • Eigenfett. Ersetzt abgeschmolzenes Volumen an Schläfe, Wange und Kieferlinie. Straffung und Volumen gehören zusammen und in dieselbe Hand.
    • Lidchirurgie. Schlupflider, Tränensäcke und eine vertiefte Tränenrinne werden gesondert beurteilt und häufig in derselben Sitzung mitbehandelt.
    • Oberlippenplastik. Verjüngt die gealterte Oberlippe, und die Lippe zeigt wieder mehr Lippenrot.
    • Brauenanhebung. Bei Augenbrauentiefstand. Steht die Braue wieder richtig, verschwindet häufig auch das vermeintliche Schlupflid — eine Lidstraffung entfällt dann oder fällt kleiner aus.
    • Eigenhaartransplantation. Geheimratsecken, ein zurückweichender Ansatz, dünner gewordenes Deckhaar und lichte Brauen lassen sich mit eigenen Wurzeln wieder auffüllen — bei Frauen ebenso wie bei Männern. Auch in einer Narbe können wieder eigene Haare wachsen.
    • Zähne. Zu einem jüngeren Mund gehören auch die Zähne. Form, Farbe und Stellung wirken auf die gesamte Mundpartie — wir sprechen es an, wenn es zu Ihrem jüngeren Bild beiträgt.

    IHR WEG

    STATION 1

    Ihr Wunsch.Unsere Einschätzung.

    Im ersten Gespräch geht es um drei Dinge: was Sie sich wünschen, was Ihr Befund hergibt und was davon zusammenpasst.

    • Wir sehen Ihr Gesicht gemeinsam an — an Ihren eigenen Aufnahmen, nicht an einer Schemazeichnung.
    • Sie sagen in eigenen Worten, was Sie stört. Das wird so aufgeschrieben, wie Sie es sagen.
    • Sie erfahren, was erreichbar ist und was nicht. Nicht jede Beratung endet mit einer Operation. Wenn ich Ihnen abrate, sage ich Ihnen auch, warum.
    • Sie bekommen einen Kostenvoranschlag — und Zeit.
    Bringen Sie Ihre Vorerkrankungen, Ihre Medikamente und Ihre Fragen mit. Am besten aufgeschrieben.

    STATION 3

    Erst die Sicherheit.Dann der Termin.

    Bevor ein Termin feststeht, sind ein paar Dinge zu erledigen.

    • Untersuchungen. EKG und Blutbild, dazu Ihre vollständige medizinische Anamnese.
    • Vertrag und Kosten. Behandlungsvertrag und Kostenvoranschlag.
    • Absicherung. Der Abschluss einer Versicherung für Folgekosten ist empfehlenswert. Bei medizinisch nicht notwendigen Eingriffen können Krankenkassen Versicherte an den Kosten einer Folgebehandlung beteiligen.

    STATION 4

    Die letzten Wochen.

    Was Sie vor dem Eingriff tun und lassen, beeinflusst die Heilung mehr als alles andere in dieser Zeit.

    • Nikotin. Bitte einstellen. Nikotin verschlechtert die Durchblutung der Haut und ist der größte vermeidbare Risikofaktor für Wundheilungsstörungen.
    • Medikamente. Blutverdünnende Mittel und Nahrungsergänzungsmittel nur nach Absprache. Wann Sie was absetzen, legen wir gemeinsam fest.
    • Alkohol und Koffein. Alkohol in den Tagen davor meiden, am Eingriffstag kein Kaffee, Tee oder Energydrink.
    • Organisatorisches. Rezept rechtzeitig einlösen, Begleitperson für den Heimweg, bequeme Kleidung mit Knopf- oder Reißverschluss.

    ANREISE

    Wenn Sie von weiter kommen.

    Ein Teil unserer Patientinnen und Patienten reist aus dem übrigen Bundesgebiet oder aus der Schweiz an. Dafür gibt es einen festen Ablauf.

    • Reisen Sie am Tag vor dem Eingriff an. Am Abend ist ein weiteres Gespräch möglich.
    • Bleiben Sie nach dem Eingriff sieben Tage in unmittelbarer Nähe. Passende Häuser nennen wir Ihnen gern.
    • Kürzer geht es, wenn ein Arzt an Ihrem Wohnort die restlichen Fäden entfernt. Dann reichen zwei Tage. Wir legen das vor dem Eingriff gemeinsam fest.
    • Der unterschriebene Aufklärungsbogen muss uns vor dem Eingriff vorliegen. Ohne ihn können wir nicht operieren.
    In diesen sieben Tagen geschieht alles Wesentliche: die kritische Phase, beide Kontrollen und die Nahtentfernung. Ist die Fadenentfernung zu Hause gesichert, verkürzt sich der Aufenthalt auf zwei Tage.

    STATION 5

    Ihr Tag.

    Der Eingriff beginnt um acht Uhr und dauert den Tag über.

    • Vor dem Beginn. Wir gehen Ihre Fragen noch einmal durch. Auch die, die Ihnen erst heute Morgen eingefallen sind.
    • Während des Eingriffs. Örtliche Betäubung mit Dämmerschlaf. Es gibt Pausen, und die Betäubung wird im Verlauf erneuert.
    • Am Abend. Entlassung ab 18 Uhr, sobald die Abschlusskontrolle unauffällig ist und Sie sich stabil fühlen.
    • In der Nacht. Sie erreichen direkt einen Arzt, nicht eine Zentrale.

    STATION 6

    Die ersten Tage.

    • Tag 1. Verbandwechsel und Kontrolle.
    • Tag 2. Die Sicherungsnähte und, falls vorhanden, die Drainagen werden entfernt. Der Verband entfällt. Ab jetzt dürfen Sie vorsichtig die Haare waschen.
    • Tag 5 bis 7. Nahtentfernung.
    • Danach. Kontrolltermine nach Absprache. Melden Sie sich unabhängig davon sofort bei starken Schmerzen, Fieber, einseitig zunehmender Schwellung oder Blutung.
    Die ersten beiden Tage sind die unangenehmsten. Danach wird es jeden Tag spürbar besser.

    DER VERLAUF

    Heilung braucht ihren Takt.

    Alles hier ist normal und kein Grund zur Sorge.

    • Zwei Wochen. Blutergüsse verfärben sich und verschwinden.
    • 2 bis 3 Wochen. Die Schwellung geht zurück. In dieser Zeit sind die meisten wieder gesellschaftsfähig.
    • Ab Tag 14. Abdeckstift ist möglich. Auf die Narben gehört ab jetzt Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50, und zwar sechs Monate lang.
    • 4 Wochen. Der größte Teil der Schwellung ist abgeklungen.
    • 12 Wochen bis 4 Monate. So lange bleibt die Rötung der Narben. Danach werden sie blasser und flacher; nach etwa sechs Monaten verändern sie sich nicht mehr.
    • 12 Monate. Das endgültige Ergebnis.

    Alles Weitere besprechen wir persönlich.

    WhatsApp schreiben