Sie hatten schon eine Transplantation — und es reicht nicht
Vielleicht zwei. Vielleicht im Ausland, vielleicht hier. Das Ergebnis war anfangs gut oder war es nie, und jetzt ist der Ansatz wieder gewandert oder die Tonsur wieder offen. Die Antwort, die Sie meistens bekommen, lautet: geht nicht mehr, der Nacken ist leer.
Diese Antwort ist manchmal richtig. Oft ist sie zu schnell.
Was zuerst geklärt gehört:
Wie viel im Spenderbereich tatsächlich noch steht — nicht geschätzt, sondern gemessen, mit einem Kamerasystem, das Dichte und Verteilung zeigt. Dazu, wie die Narben der Voreingriffe liegen und ob die Entnahmestellen gleichmäßig oder stellenweise zu dicht genommen wurden. Erst danach lässt sich sagen, ob überhaupt nichts mehr da ist oder ob nur nicht mehr genug für das ist, was Sie sich vorstellen. Das sind zwei verschiedene Auskünfte.
Bart- und Körperhaar — die ehrliche Antwort:
Ja, es gibt diesen Weg, und ja, danach wird oft gefragt. Aber Barthaar und Körperhaar sind nicht dasselbe wie Nackenhaar: andere Struktur, andere Wuchsrichtung, ein kürzerer Wachstumszyklus und damit eine kürzere Endlänge. Als Beimischung im hinteren Bereich oder zur Auffüllung von Dichte kann das sinnvoll sein. Als Ersatz für einen fehlenden Ansatz an der Stirn ist es das in aller Regel nicht — dort sieht man jedes Haar einzeln.
Hinzu kommt: Die Erfahrung damit ist geringer als bei der klassischen Entnahme, und die veröffentlichten Ergebnisse sind Einzelfälle, keine belastbaren Reihen. Wer Ihnen das als Standardlösung anbietet, verschweigt Ihnen das.
Die Möglichkeit, die selten genannt wird:
Wenn wenig Spendergewebe übrig ist, ist die bessere Frage oft nicht „wie bekomme ich mehr Grafts", sondern „wohin gehören die, die noch da sind". Eine kleinere Menge, klug verteilt — ein Stück Ansatz statt Fläche, Rahmen statt Mitte — kann deutlich mehr verändern als der Versuch, alles zu füllen. Das Ergebnis geht vor der Graftzahl. Und was heute nicht verbraucht wird, steht in zehn Jahren noch zur Verfügung.
Manchmal ist das Ergebnis der Untersuchung auch, dass wir Ihnen abraten. Das sagen wir Ihnen dann im Gespräch und nicht am Behandlungstag.
Was Sie zum Termin mitbringen sollten:
- – Fotos von vorne, oben, hinten und seitlich — auch ältere, von vor den Eingriffen, wenn Sie welche haben
- – Was Sie über die Voreingriffe wissen: wann, wo, wie viele Grafts, welche Methode
- – Welche Mittel Sie gegen den Haarausfall nehmen oder genommen haben
Eine Beurteilung setzt mindestens ein Videogespräch oder einen Termin vor Ort voraus. Am Telefon geht das nicht, und wer Ihnen am Telefon eine Zahl nennt, rät.