Haarausfall nach dem Abnehmen: zwei Dinge, die gleichzeitig passieren
Drei bis vier Monate nach dem Start kommt es bei vielen: im Abfluss, auf dem Kopfkissen, in der Bürste. Es fühlt sich an, als würden die Haare gleichmäßig überall dünner.
Das ist nicht das Medikament. Es ist die Geschwindigkeit, mit der das Gewicht fällt. Der Körper stellt bei raschem Verlust einen Teil der Haarwurzeln vorzeitig auf Ruhe — sie fallen ein paar Monate später aus, alle ungefähr zur selben Zeit. Deshalb wirkt es plötzlich und deshalb hängt es an der Menge des Verlusts, nicht am Präparat: Wer weniger als zehn Prozent seines Gewichts verloren hat, berichtet das in etwa einem von sechs Fällen. Über zwanzig Prozent ist es etwa jeder Zweite.
Und hier beginnt der Teil, den kaum jemand auseinanderhält. In dieser Phase fallen zwei verschiedene Dinge gleichzeitig aus:
- – Das vorübergehende Ausfallen. Diffus, über den ganzen Kopf, auch an Stellen, die nie gelichtet waren. Es hört auf, wenn das Gewicht stabil ist und die Versorgung wieder stimmt. Diese Haare kommen wieder.
- – Der anlagebedingte Haarausfall. Er folgt einem Muster — Schläfen, Stirnansatz, Tonsur — und war meist schon vorher unterwegs, nur langsamer. Die Phase des raschen Abnehmens bringt ihn nach vorn. Diese Haare kommen nicht wieder.
Beides fühlt sich im Moment gleich an. Auseinanderhalten lässt es sich am Muster und daran, was nach sechs bis zwölf Monaten stehengeblieben ist — und, belastbar, an einer Untersuchung der Kopfhaut mit einem Kamerasystem, die Dichte und Spenderbereich zeigt. Fotos geben eine erste Einschätzung, ersetzen das aber nicht.
Was Sie jetzt nicht tun sollten:
Die Spritze wegen der Haare absetzen. Das ist die häufigste Reaktion und die ungünstigste: Der Ausfall, der Sie beunruhigt, gehört meist zum vorübergehenden Teil und endet ohnehin — abgesetzt wird dafür eine Behandlung, die aus anderen Gründen läuft. Das gehört mit dem besprochen, der sie verordnet hat, nicht mit uns.
Sich jetzt sofort transplantieren lassen. Solange das Gewicht noch fällt und das vorübergehende Ausfallen läuft, lässt sich nicht sauber beurteilen, was bleibt und was zurückkommt — und der Spenderbereich wird nach dem beurteilt, was gerade zu sehen ist, nicht nach dem, was in einem halben Jahr dort steht. Wer in dieser Phase plant, plant auf einem wandernden Befund. Die gute Nachricht: Das ist ein Grund zu warten, kein Grund abzusagen.
Wann ein Termin sinnvoll ist:
Wenn das Gewicht seit einigen Monaten steht und trotzdem ein Muster erkennbar geblieben ist — die Schläfen weiter zurück als früher, der Ansatz höher, die Tonsur lichter. Dann ist zu klären, wie viel davon anlagebedingt ist und was der Spenderbereich hergibt. Geheimratsecken kosten 3.800 Euro Festpreis, alle übrigen Befunde ab 4.500 bis 6.500 Euro; was in Ihrem Fall sinnvoll ist, ergibt die Untersuchung, nicht der Katalog.